manchen Schritt gethan, damit Alais ſein ſichres Opfer würde. Eine einzige Furcht quälte ihn: wenn die An⸗
geklagte Arthur beſchuldigte!...„ Aber nein; während
ſeiner Unterredung mit ihr, hatte er in ihr Herz geſchaut; ſie liebte den Grafen von Ravenſtel; mit einer lebhaften leidenſchaftlichen Phantaſie begabt, einer heroiſchen An⸗ hänglichkeit fähig, wird ſie eher ihr Leben aufopfern, als Arthur einer Gefahr ausſetzen. Von ihr hat er nichts zu befürchten.
und wenn ſie ſelbſt ihren Geliebten verrathen ſollte,
den ein hoher Rang unterſtützt, wer wird ihren Reden
glauben, die keinen Beweis für ſich haben? Arthur wird nicht erſcheinen, und Olburg ihn vertheidigen. Faſt alle Bewohner des Landes, durch den Böſewicht verführt und beſtochen, werden gegen Alais zeugen. Der Abt wollte der Gefangenen einen Vertheidiger geben, ſie hatte es aber ausgeſchlagen; ſie wollte ihre Sache ſelbſt,
ohne Hülfe, ohne Rath, vertheidigen. Wird die Ver⸗
bannte des Thals, ſo von dem menſchlichen Geſchlechte verlaſſen, wird ſie allen gegen ſie geführten Ränken Wi⸗ derſtand leiſten können? Ihr Verderben ſcheint unvermeid⸗ lich. Die Stunde des Gerichts hatte geſchlagen. Welch ein impoſantes Schauſpiel bot der gefürchtete Saal dar, den ein mattes Licht kaum erhellte, und den eine Reihe Lanzenknechte umringte. Die Richter, ſchwarz gekleidet,


