Teil eines Werkes 
1. Theil (1826)
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brechen hatte noch die Richter unter dem Vorſitze des je⸗ tzigen Abtes verſammelt.

Die Väter des Cantons erzählten tauſend Wunder von dieſem berüchtigten Gemache, welches ſo ſelten betre⸗ ten ward; nach den alten Sagen hatte ſich bei jedem urtheil ein Wunder darin ereignet. Der Geiſt des Herrn, ſo ſagte man, ſchwebte über der Verſammlung; es könn⸗ te nichts unbilliges dort geſchehen. Dieſe geheiligten Mauern, von welchen der gemeine Mann nur mit from⸗ mem Schauder ſprach, hatten einſt Orakelſprüche hören laſſen, um das Laſter zu verdammen, und die unſchuld freizuſprechen. Todte hatten zwiſchen ihnen das Leben wieder erhalten, Lebende den Tod dort gefunden. Der Sitz eines jeden Richters ſtand unter dem beſondern Schutze eines Engels. Kurz, dieſer gefürchtete Saal, die Schwelle des Lebens oder des Todes für den Ange⸗ klagten, der gezwungen war, dort zu erſcheinen, war nach der Sage des Cantons, das Gericht des höchſten Gottes ſelbſt.

Endlich leuchtete der fürchterliche Tag, welcher die Fremde verurtheilen ſehen ſollte. Mit dem erſten Strahl der Morgenröthe belagerte eine ungeheure Menſchenmaſſe die Pforte des Kloſters, und die Schwelle der Ewigkeit konnte kaum die Hälfte der Neugierigen faſſen.

In den vorhergegangenen Tagen hatte Olburg noch