Teil eines Werkes 
1. Theil (1826)
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leid. Mildthätig, aber unfreundlich; rein, aber hart zu⸗ gleich, ſchien er eher ein Apoſtel des rächenden Gottes, als ein Hirte des Gottes der Barmherzigkeit zu ſeyn.

Durch ſeine Geradheit hatte er die öffentliche Ach⸗ tung, durch die Feſtigkeit ſeiner Grundſätze das allgemei⸗ ne Vertrauen ſich erworben. Bewundrungswerth in ſei⸗ nem Betragen und erhaben in ſeinen Reden, hatte er vom Himmel alle vereinten Tugenden zum Erbtheil erhal⸗ ten. Was fehlte ihm denn noch? ein gefühlvolles Herz⸗ Er glich dem klaren Bach, der das Firmament abſpie⸗ gelt, deſſen Waſſer aber beſtändig kalt, deſſen Geräuſch, monoton und traurig, nur die Augen erfreuen kann, aber alle andern Sinne kalt läßt.

Olburg kannte den Prior, und ſein Charakter ſchreck⸗ te ihn ſo ſehr als ſeine Macht. Er konnte ſich nicht ver⸗ hehlen, daß Arthur, von ihm des Mordes verdächtig, ohne Rückſicht auf ſeinen Stand und Namen, nach aller Strenge der Geſetze, gleich einem gemeinen Vaſallen, verurtheilt werden würde.

Schon länger als ein halbes Jahrhundert hatte ſich der große Saal der Abtei, die Schwelle der Ewigkeit genannt, dem Publikum nicht mehr geöffnet. Seit undenklichen Zeiten hatte er nur zu den feierlichen Ceremonieen gedient, welche das Schickſal der Menſchen entſchieden; und keine Sache von Bedeutung, kein Ver⸗