— 140—
Feld und Aecker. Gleich den Thalbewohnern verdoppelte er ſeine Schritte, und ſchien das Gewitter zu fürchtenz aber was ihn mit Entſetzen erfüllte, was ihn forttrieb, war nicht der Kampf der Elemente„ ſondern die Qual ſeiner Seele.
„Erde, öffne dich unter meinen Füßen!“ ſprach der Unbeſonnene:„Organe, entfeſſelt euch über meinem Haupte! Donner des Himmels falle auf mich! Ich bin noch rein und ohne Schuld; aber in wenig Augenblicken vielleicht hat mein Leben zwei Hälften und zwei Namen.“
Ein dichter Schleier bedeckte ſeine Augen; er wähnte von einer dunkeln Nacht umfangen zu ſeyn.—„Wo bin ich?“ fuhr er fort:„welche Finſterniß! Himmel! ſey barmherzig, ſende mir Licht!“
Sein Athem war gehemmt. Es ſchien ihm, als hätte ſein Herz nicht Raum genug, zu ſchlagen.—„Ich erſticke! rief er aus:„Dieſe Bäume, dieſe Felſen, alles beengt mich; der ewige Dom droht mich zu erdrücken. O Natur! Luft! Luft!“
Ein glänzender Blitz theilte die Wolken! das weiße Häuschen der Fremden ſchimmerte leuchtend durch die Bäu⸗ me.—„Dort find ſie alle Beide!* fuhr er fort:„Ja, die Fackel des Sturmes hat mir den Ort gezeigt, der mich ruft.“
Mit dieſen Worten eilte er gegen Alaiſens Woh⸗ nung. Schon war er der Thüre nahe, als ſich die ſanfte


