Teil eines Werkes 
1. Theil (1826)
Einzelbild herunterladen

136

Gnädiger Herr! ich habe es Euch ſchon geſagt, mir mangelt jetzt nichts mehr; ich bedarf keiner Hülfe; nur den einzigen Wunſch habe ich noch, die Leiden mei⸗ ner wohlthätigen Herrin gemildert zu ſehen.

Finde ich Deine Gebieterin in ihrer Wohnung?

Ja, edler Herr.

Iſt ſie allein?

Nein.

Der Graf bebte bei dieſem Worte, wie bei der Verkündigung eines unheils; mit unruhiger Miene fuhr er fort:

Wer iſt denn bei der Fremden?

Der Baron von Waldburg.

Iſt der ihr Freund?

Gewiß, edler Herr. Sein Anblick beſänftigt ihre Schmerzen; der Himmel hat ſich ihrer endlich erbarmt. indem er ihr in ihm einen Tröſter zugeſendet; möge er ſie nie mehr verlaſſen! Wenn er mit ihr ſpricht, ſo hören ihre Thränen auf zu fließen! wenn ſie ihm zuhört, ſo lächelt ſie. Er ſcheint ſo gut und edel zu ſeyn. Dieſer würdige Beſchützer

Es iſt genug, unterbrach ſie der Graf mit don⸗ nernder Stimme:ich habe Dich nicht beauftragt, mir eine Lobrede dieſes Menſchen zu machen. Er iſt ihrer werth, allerdings. Ich weiß was er iſt was beide ſind.*