Teil eines Werkes 
1. Theil (1826)
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eichte Hauch des Abendwindes ſpielte in den Falten ih⸗ res Schleiers, und ließ den aufmerkſamen Beobachter ein himmliſch ſchönes Geſicht erblicken. Ihre Züge waren voll Melancholie und ſprachen ihn deshalb um ſo rühren⸗ der an; ſie ſchien die über Troja weinende Helene, oder die vor Polyphem fliehende Galate, oder auch Euridice an den ufern des Styr zu ſeyn.

Die umher irrende Gottheit des Sees begegnete Ar⸗ thurs Blicken und ihre Wangen färbten ſich mit matter Röthe. Es gibt unbegreifliche Blicke, welche ſchnell für das ganze Leben entſcheiden; ſie ſind mit glühenden Funken zu vergleichen, die zugleich zweien Herzen entſprin⸗ gen, und in denſelben einen Austauſch der Gefühle, ein geheimes Einverſtändniß bewirken; ſie ſind unantaſtbare Ringe einer glühenden Kette, die mit einer elektriſchen Kraft verſehen, den Gedanken als uebergang und der Liebe zum Führer dienen.

Durch eine ſchnelle Bewegung ließ die nur zu ſehr verführeriſche unbekannte den Schleier wieder ſinken. Welche Sanftmuth ſprach aus ihren Zügen! welche Grazie aus ihrer Haltung! Sie vereinigte die Majeſtät der Kö⸗ nigin des Berges Ida mit den jugendlichen Reizen der Jungfrauen des Gnidiſchen Tempels. Der Kahn war im Schatten verſchwunden, und Graf Ravenſtel glaubte einen ſchönen Traum gehabt zu haben. Sie war

über jeden Gedanken erhabenz ſie ſchien ſelbſt zu ſchön, 2