Gemüth, um immer tadellos bleiben zu können; Zögling eines ungläubigen Sophiſten, war er zwar von Ratur fromm, aber mit den Pflichten eines Chriſten wenig ver⸗ traut. Nie hatte man ſeine Gedanken auf die Grundſätze des Glaubens hingeleitet, ſo daß keine religiöſe Kraft ſeine Leidenſchaften zu beherrſchen vermogte. Aber er ward in einer guten Stunde geboren, und gleichwie gro⸗ ße Verirrungen ſein Leben hätten beflecken können, ſo wäre ſchwere Buße auch im Stande geweſen die Flecken wieder auszulöſchen. Seine exaltirte Phantaſie gab zu⸗ weilen ſeinen Blicken etwas ſtarres, furchtbares. Man ahnte bei ſeinem Anblick, daß ſein ungezähmter Eifer ihn über die Grenzen der Vorſicht führen würde, und daß dieß allzubegeiſterte Herz, welchem alles gewährt ſchien, ſich vielleicht keines Genuſſes erfreuen würde. Die Liebe zum Guten ſchien ihm die des Wahren zu ſeynz er ſah im Beginnen ſeiner Laufbahn nur einen möglichen Weg für den Menſchen, den der Tugend und der Ehre.... Ach! hätte er in dem Buche des Schickſals leſen können... Doch neinz unglücklich der, welcher die Macht hätte, es aufzuſchlagen. Wo iſt der Jüngling, ſelbſt der, deſſen Stern am glänzendſten aufgeht, der beim Anblick der unfälle, die ſeinen Weg durchkreuzen, der Fehler ſeiner Nebenmenſchen, des Truges ſeiner Hoffnungen, der Trüb⸗ ſale in ſeinen Freuden, nicht erſchrocken vor der Zukunft zurück beben und an nichts anders denken würde, als
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