Teil eines Werkes 
1. Theil (1826)
Einzelbild herunterladen

Leben und doch muß er dem Heere große Dienſte geleiſtet haben, denn er trägt die ausgezeichnetſten Orden, und der Baron Waldburg, wenn dieß wirklich ſein wahrer Name iſt, kann nur eine erhabene Perſon ſeyn, denn oft ſendet ihm Philipp-Auguſt geheime Botſchaften und reiche Geſchenke. Sein Reichthum ſcheint unermeßlich zu ſeyn. Ein einziger Stallmeiſter, Namens Onigel, dient ihm und iſt in ſeine Geheimniſſe eingeweiht. Der edle Gebieter iſt wohlthätig, aber einfach in ſeinen Hand⸗ lungen wie in ſeinen Worten; er lebt ohne Prunk und Stolz, und wenn gleich kalt und ſchweigſam, ſo vermei⸗ det er doch Niemand. Er wird dieſen Abend auf dem Schloſſe ſeyn.

Und wem gehört das weiße Haus, welches ein⸗ ſam gelegen, dort aus einer Baumgruppe hervorſchim⸗ mert? fragte plötzlich der junge Arthur.

Der Junker ſchwieg, ein Gondelier nahm das Wort und ſagte mit dem Tone des Widerwillens und der Ver⸗ achtung:Dieß weiße Haus, edler Herr, iſt die Woh⸗ nung der Fremden.

Und auf dieß letzte Wort ſolch ſtarke Betonung le⸗ gend, als faßte es allein eine Geſchichte der abſcheulich⸗ ſten Unthat in ſich, und bedürfe keiner weiteren Erklä⸗ rung, theilte er die Wogen mit ſeinem Ruder.

Und wer iſt denn dieſe Fremde? fragte Ar⸗ thur lächelnd weiter.*