auf einen der erſten Throne der Welt erhoben ſah; er begriff ihre Leiden, er betrauerte ihr Loos.
Dieſer ſchmerzliche Eindruck ſpiegelte ſich in ſeinen Geſichtszügen ab; im Stillen gelobte er ſich, am andern Tage das königliche Gefängniß zu beſuchen, und mitten in der Freude des feſtlichen Abends gedachte er Agne⸗ ſens, und ſeufzte.
Welche Fürſtin war auch mehr zu beklagen als ſie? Philipp⸗Auguſt hatte ſich in der Blüthe ſeines Lebens mit der ſtolzen Jſamberge von Dänemark vermählt; al⸗ lein dieſe Verbindung, welche die Politik erforderte, ward nicht durch die Liebe geheiligt. Iſamberge ward ihm verhaßt, und der Monarch ließ ſeine Ehe durch eine bi⸗ ſchöffliche Verſammlung trennen.
Die Eheſcheidung war ausgeſprochen. Die Lochter Waldemars des Großen ſtieg vom Throne herab, und kur⸗ ze Zeit darauf ward die ſchöne Agnes von Meran als Kö⸗ nigin von Frankreich proklamirt. Unſchuldig, leichtgläu⸗ big und zärtlich, vertraute ſie ſorglos ihr Schickſal dem ſchönſten, dem größten Monarchen ſeiner Zeit. Aber ach! kaum trug ſie den Purpur, als Roma's Blitze ihr gekröntes Haupt trafen; vergebens verſucht' es Philipp ſie zu ſchützen; ihre Ehe ward als nichtig erklärt, und Frankreich exkomunizirt*).
Nueber dieß große Ereigniß der Regierung Philipp⸗Au⸗ 4 guſts, ſehe man alle Geſchichtſchreiber nach.


