ſchen, deſſen Wogen er nach Gefallen bändigte. Der Thörichte! zur Zeit der Gewitterſtürme will er voraus ſehen was aus dem Strome werden wird! will er wiſſen was der Damm vermag!
Arthur hatte den letzten Willen ſeines Vaters, wie ſeltſam er auch war, gewiſſenhaft befolgt, und erſt nach⸗ dem er das zwanzigſte Jahr erreicht, ſeinen einſamen Auf⸗ enthalt verlaſſen. Die Erbin von Montolin war ihm noch unbekannt; doch die Stunde der Befreiung hatte endlich geſchlagen, und freudetrunken eilte er in die Welt der Vergnügungen und der Liebe, die ihm ſeine Jünglings⸗ träume ſo reizend geſchildert hatten. O wie manches ſchö⸗ ne Luftgebäude, welches ſeine Phantaſie erſchuf, ſollte vor ihm verſchwinden! Ach! die Zukunft mit ihren Freuden, was bietet ſie dem auf der Lebensbühne Erſcheinenden dar?— leuchtende Labyrinthe, aber ohne Ausgang; entzückende Perſpective, aber in leeren Räumenz zaube⸗ riſche Auſſenſeiten, aber nur leicht verfliegende Dünſte.
Arthur von Ravenſtel hatte das ufer des Sees von Montolin erreicht, wo bereits mehrere Stallmeiſter und Pagen des Schloßherrn ſeiner Ankunft harrten. Eine leichte Barke nahm ihn auf; der Abendwind blähte die Segel, und der ſchlanke Maſt war mit Blumenguir⸗ landen umwunden. Die Gondoliers, in weißen Feſtklei⸗ dern, vermählten ihren Freudengeſang mit dem leichten Plätſchern der Wellen; der See war gleichſam mit leuch⸗


