von Montolin? Dieſer Tag iſt der Gedächtnißtag der Befreiung der Bretagner; dieſer Tag ſah die Engländer vor den ſiegenden Legionen des unſterblichen Philipp Au⸗ guſt fliehen.
Keine Koſten wurden vom Herrn von Montolin ge⸗ ſpart, die große Epoche zu feiern, und ein glücklicher Zu⸗ fall wollte, daß dieſer Tag gerade mit ſeinem Namens⸗ feſte zuſammentraf. An jenem Abend vertheilte er reiche Geldſpenden unter die Armen, ertheilte ſeiner Dienerſchaft Gnadenbezeigungen, und empfing die Glückwünſche des Kantons. ueberall ertönte Freudengeſchrei; keine Kapelle, kein Bethaus war in der ganzen Gegend, woraus nicht fromme Gebete und Freudenhymnen zum Himmel empor ſtiegen; die allgemeine Freude war rein und kam aus dem Herzen; die Bekümmerten vergaßen ihre Armuth, die Großen ihre glänzende Sklaverei; das Glück ſchien un⸗ umſchränkt zu herrſchen.
An dieſem Tage ward der ſchöne Arthur von Raven⸗ ſtel auf dem Schloſſe Montolin erwartet, welches er zum erſten Mal beſuchte⸗ Ein naher Verwandter des Schloß⸗ herrn, hatte er vor kurzem erſt ſein zwanzigſtes Jahr zu⸗ rückgelegt. Auf Befehl ſeines ſterbenden Vaters in einer gänzlichen Abgeſchiedenheit erzogen, beſchränkte ſich ſeine Menſchenkenntniß nur auf die Bücher, welche er geleſen, und die Freuden der Welt dämmerten ihm nur in den Ahnungen und Träumen einer glühenden Phantaſie.


