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ſchen zu vertheidigen? Kommt, ſchönes Fräulein! wollt Ihr mit mir ſingen, und um jenen Feſttiſch tanzen? Wollt Ihr mit mir trinken von dem Blut— Blut— Blut!“ Dies Wort wiederholte ſie mehrere Male mit einer ſo ſchauerlich kreiſchenden Stimme, daß Klara, welche an Moritzens Arm hing, nicht im Stande
war, einen Schritt vorwärts zu thun. Auch Moritz
war ſo tief bewegt, daß es ihm die größte Anſtrengung koſtete ſeine Begleiterin bis in eine nahegelegene Bauern⸗ wohnung mit ſich fortzuſchleppen, und deren Bewohner zu bitten, ihnen behülflich zu ſeyn dem verſunkenen Wagen wieder emporzuhelfen. Dieſe fanden ſich ſogleich bereit, und ſie ſetzten auf dieſelbe langſame Weiſe ihren Weg bis Rotterdam fort, wo ſie ſich ein beſſeres Fuhrwerk zu verſchaffen wußten, und ohne irgend einen Unfall in Antwerpen ankamen.
Es iſt eine geſchichtliche Wahrheit, daß Slatius Frau den Körper ihres Mannes in einem Anfalle von Wahnſinn vom Rade geholt und an dem Orte, wo Mo⸗ ritz und Klara ſie fanden, nicht weit von Geeſttbrug begraben hatte. Einige Tage ſpäter, als der Landmann dieſen Acker umpflügte, fand er dieſe vergrabenen Glied⸗ maßen, zeigte es der Obrigkeit an, und da man ſie für die des hingerichteten Slatius erkannte, wurden ſie zum zweiten Male auf das Rad geflochten. Doch die Frau wußte ſie wieder auf eine liſtige Weiſe dort weg⸗ zuſchaffen und vergrub ſie bei dem Dorfe Warmond, wo ſie ohne Störung liegen blieben.
In Antwerpen ſtiegen ſie in einem, von Klara bezeichneten anſehnlichen Hauſe ab, und wurden von einer Perſon, allem Anſchein nach einem Geiſtlichen, empfangen. Dies beſtärfte Moritzenin ſeinem Vermuthen, daß Klara ihrem Gottesdienſte entſagen und zum katholiſchen über⸗ gehen wollte. Sie beſtätigte es ihm, nachdem ſie kurz
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