Teil eines Werkes 
Entstehung
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terdam außzufinden, blieben fruchtlos, und Moritz Su ſich unverrichteter Sache wieder nach dem Haag zurück. Allmählig wurden alle Mitſchuldigen der Verſchwö⸗ rung, außer Stoutenburg und von Düſſen auf der Flucht eingeholt. Auch Herr von Grone⸗ veld Stoutenburg's Bruder, wurde gefangen genommen und zum Tode verurtheilt, welchen er gelaſ ſen, und von Reue durchdrungen, erduldete. Parthy war mit ſeinen beiden Gefährten ſchon glücklich über die Grenze gekommen und hatten Oſtfriesland erreicht, wurden aber daſelbſt eingeholt und gefänglich nach dem Haag transportirt. Man denke ſich Eli⸗ ſens Entſetzen, als ſie dieſe Nachricht erfuhr; auch ihr Vater war troſtlos.

Wie man leicht denken kann, wurde Parthhy's und der beiden-Blanſaert's Ausſage, daß ſie die Verſchwörung haben entdecken wollen, kein Glauben bei⸗ gemeſſen, obgleich ſie bis zu ihrem letzten Augenblicke dabei beharrten. Mehreremale hatte Eliſe verſucht, ih⸗ ren Geliebten im Gefängniſſe zu beſuchen, aber es wurde ihr ſtets verweigert.

Die Todesurtheile wurden nacheinander vollzogen. Parthy, Blanſaert's und Slatius wur⸗ den erſt im Anfange Mai's hingerichtet. Obgleich Nie⸗ mand Eilſen von dieſer Hinrichtung benachrichtigt hatte, ſo ſchien ſie doch davon unterrichtet zu ſeyn, und an demſelben Tage verließ ſie zuerſt ihr Kämmerlein und begab ſich zu ihrem alten Vater, welcher ſich vor der Thür in die freundliche Frühlingsſonne hingeſetzt hatte, und ſagte:er hat ausgelitten, mein Vater, nun iſt alles vorbei. Und die erſten Thränen befeuchteten wieder, nach langer Zeit, ihre Augen. Von dieſem Au⸗ genblicke an war Eliſe ruhiger. Ungefähr zu derſelben Zeit, wo Moritz noch