Teil eines Werkes 
Entstehung
Einzelbild herunterladen

280 Abend, Vetter! laßt Euch das braune Bier bei Freund Held recht wohl ſchmecken. Brummend befolgte er Jo⸗ chems Rath.

Nachdem der Geizhals Moritz mit ſeiner kleinen nur matt brennenden Lampe vom Kopfe bis auf die Füße beleuchtet hatte, gab er ihm zu verſtehen, daß er nicht glaube, daß Moritz nur gekommen ſey, um ſich ein Inſtrument zu kaufen, bat ihn daher, ihm ſein Anliegen auszuſprechen, welchem er beſtimmt, wenn es nur in ſeiner Macht ſtehe, genügen würde. Hierauf drückte ihm Moritz einige Goldſtücke in die Hand, und erſuchte ihn dafür, eine Geige nach der goldnen Hellebarde zu ſchicken, ſagte ihm aber auch zugleich, daß noch ein zweiter Grund ihn hierher führe, und er eine Perſon aufſuche, zu deren Auffinden er ihm vielleicht behülflich ſeyn könne. Jochems ſah ihn bedenklich an, und erwiederte, daß er in dieſen unruhigen Zeiten ganz zurückgezogen lebe, und mit Niemanden in Berührung komme; als aber Moritz von einem Fräulein ſprach, da gewann er wieder mehr Muth, und verſicherte, daß er ſchon ſeit vielen Jahren mit keiner Dame in Berührung gekom⸗ men ſey. Darauf ertheilte ihm Moritz den Brief, welchen ihm Tekla eingehändigt hatte. Schon die Aufſchrift ließ ihn erzittern. Er las ihn, und nachdem er einige Augenblicke nachgedacht hatte, ſagte er:

Ich kann nicht anders, als mich dem mir gege⸗ benen Befehle unterwerfen; wer dürfte es wagen, ſich ihr zu widerſetzen! Ihr ſeyd gewiß ein ehrlicher Herr, und werdet mich nicht verrathen. Folgt mir!

Hierauf führte er ihn durch einen langen ſchmalen Gang in ein Hinterhaus, ſchloß eine Thür auf, welche in einen andern engen Gang führte. Jetzt zeigte ſich ein kleines ſchwach erleuchtetes Gemach, deſſen Thür er öffnete, und ſich, ſobald Moritz eingetreten war, ent⸗ fernte; dieſer war nicht wenig erſtaunt, ſtatt Klara