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wartet in den Beſitz einer anſehnlichen Erbſchaft gekom⸗ men, ſey er der ärgſte Filz in ganz Holland. Er treibe noch nebenbei einen Handel mit muſikaliſchen Inſtrumenten, und der Vorwand, eins zu kaufen, könne ihnen vielleicht am leichteſten Zugang bei ihm verſchaffen. Bald hatten ſie die Wohnung erreicht und nach einem wiederholten Klopfen wurde ein kleines Fenſter hinter eiſernen Gittern geoffnet. Anfangs zeigte ſich nur eine große blaue Schlaf⸗ mütze, worunter endlich die Anfrage, wer ſo ſpät noch klopfe und was man begehre, hervorging. Der Veteran gab ſich ihm zu erkennen, und ſprach ihm den Wunſch ſeines Begleiters aus. Doch alles Bitten blieb fruchtlos, ſelbſt das verlockende Anerbieten, einen vortheilhaften Han⸗ del abſchließen zu können, konnte ihn nicht bewegen, dem fremden Herrn Einlaß zu gewähren, und er zog ſich wie⸗ der hinter das Fenſter, welches er verſchloß, zurück. Doch der Veteran ließ ſich damit noch nicht abweiſen, nahm wieder den Klopfer in die Hand, und machte ein ſo ſtar⸗ kes Geräuſch, daß der Alte zum zweiten Male das Fen⸗ ſter öffnete und unwillig ausrief:
„Ihr wißt, daß ich keine unbekannte Leute in meinem Hauſe dulde, am wenigſten ſo ſpät Abends. Unterſteht Euch nicht wieder, ein ſolches Geräuſch zu machen, wel⸗ ches mir das Trommelfell zerreißt!“
„Dann iſt es Euch wohl angenehmer, wenn die Eulen Euch ein Schlaflied ſingen, nicht wahr?“— ſagte Mo⸗ ritz leiſe, indem er dem Fenſter näher trat.
Jochems, welcher den Mund ſchon geöffnet hatte, um ſich in Schimpfreden zu ergießen, verſtummte plötz⸗ lich, und nach einem kurzen Zögern ſprach er:
„Wenn es denn durchaus ſeyn muß, ſo tretet ein.“ — Und er öffnete alsbald die mit Schlöſſern und Riegeln
gut verſehene Thür. Moritz trat ein; als aber der
Veteran ihm folgen wollte, wußte der Alte ſchnell die Thür wieder zu verſchließen, indem er ſagte:„Guten


