Teil eines Werkes 
Entstehung
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274 an ſeiner Wunde litt, ſo erſchien er doch ſelbſt bei mir, um mir dieſe Verſicherung zu geben. Doch mir war es gleichgültig. Ich ſchauderte bei ſeinem Anblick zurück; ich verabſcheute ihn. Einige Wochen ſpäter fand der Unglückliche ſeinen Tod vor Haarlem. Noch am Mor⸗ gen vor ſeinem Tode, denn er hatte feſt beſchloſſen, den Tag nicht zu überleben, ſchrieb er mir einige Zeilen zum Abſchiede und vermachte mir ſein anſehnliches Vermögen, um darüber nach Gutdünken zu verfügen. Nie konnte ich mich aber entſchließen, auch nur den geringſten Theil für mich, oder zur Verannehmlichung meines Daſeyns, welches ich verabſcheute, zu verwenden.

Unaufhörlich durch die Erinnerung an das Ver⸗ gangene gefoltert, ſchwärmte ich unſtät und fluchtig in allerlei Verirrungen im Lande umher, feſt entſchloſſen, Niemanden meinen Namen zu offenbaren, noch je zu den Blutsverwandten, welche mir noch geblieben waren, zu⸗ rückzukehren. Einmal kam der Gedanke bei mir auf, einen abgelegenen Ort aufzuſuchen, wo ich mein Leben

in Reue und Buße, bis es dem Himmel gefallen möchte,

mich von dieſer Bürde zu befreien, zubringen könnte. Ich erinnerte mich als fünfjähriges Kind mit meiner Mutter bei meinen Verwandten auf Ameland geweſen zu ſeyn, und dort von einer unterirdiſchen Grotte, welche ſich auf der Weſtſeite dieſer Inſel befinden ſollte, gehört zu haben. Dies ſchien mir ein dazu geeigneter Ort zu ſeyn. In einer Verkleidung, welche mir damals ſchon das Anſehen einer hochbejahrten Frau gab, ließ ich mir

da, wo ich die Grotte vermuthete eine Hütte aufrichten.

Kurz zuvor war ich im Geheimen zum Katholicismas

übergegangen, thörichter Weiſe vermuthend, dadurch Ver⸗

gebung und Ruhe zu erlangen.

In der Nähe meiner Hütte fand ich dieſe Grotte, welche noch in ziemlich gutem Zuſtande war. Ich ließ

ſie im Geheimen von einigen Leuten, welche ich durch

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