Teil eines Werkes 
Entstehung
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vor den Augen ſeiner Verfolger retten können? Wo wird man nicht das Kennzeichen auf ſeiner Stirne wahrneh⸗ men. O daß meine Augen ſich vor dem Lichte des Him⸗ mels ſchließen möchten, ehe ich dieſe Schande erlebe! Ja alle meine Freude iſt in Trübſal verwandelt!

Mit unſicherm Schritte verließ der alte Mann das Gemach, um ſich in ſein einſames Kämmerlein zu ver⸗ ſchließen, und ſeinen religiöſen Betrachtungen ungeſtört nachzufinnen. Eliſe wollte ſich auf die Kniee werfen und beten, aber zum erſten Male in ihrem Leben konnte ſie es nicht. Mit jedem Augenblicke ſah ſie der Ankunſt ihres Geliebten entgegen, und mit wankendem Schritte gin ſie zu der Hausthür, um zu ſehen, ob er noch nicht omme.

Durch ein wunderbares Zuſammentreffen der Um⸗ ſtände hatte Parthy und ſeine beiden Gefährten von der Entdeckung des Geheimniſſes nichts erfahren. Noch vor Tagesanbruch hatten ſie Leyden verlaſſen, und kamen wohlgemuth und unbeſorgt, während Eliſe noch in Todesangſt vor der Thüre ſtand. Kaum hatte Par⸗ thy ſie bemerkt, ſo eilte er ſeinen Kameraden voraus, auf ſeine Geliebte zu. Noch hatte er ihre Todesbläſſe nicht bemerkt, ſo rief ſie ihm ſchon zu:Alles, alles iſt entdeckt; Du biſt verloren; zögere keinen Augenblick länger, fliehe, fliehe! Kaum konnte er die Worte her⸗ vorbringen:um Gotteswillen, Elife! was ſagſt Du? Du täuſcheſt Dich!

Nur an die Gefahr denkend, welche ihrem Geliebten drohete, raffte das unglückliche Mädchen Kräfte und Muth zuſammen, und erzählte mit wenigen Worten, ſo viel ſie von der Entdeckung wußte, und da Parthy hörte, daß Jerom und ſeine Kameraden das Werk voll⸗ führt hätten, zweifelte er nicht länger, und ſah ein, daß nur die eiligſte Flucht ſein Leben vielleicht noch retten könnte. Unterdeſſen hatten ſich ſeine beiden Gefährten genähert, und trieben, ſobald ſie die Vereitelung ihrer