268 wir bereits wiſſen, da war er von Schmerz überwältigt und ſagte:
„O Eliſe, Eliſe!— was haben Deine Lippen mir verkündigt! Der Mann, welchen ich in mein Haus aufgenommen habe, zu dem mein Herz durch eine be⸗ ſondere Zuneigung ſich hingezogen fühlte, den ich vor Gottes und der Welt Auge zu Deinem Ehemann aus⸗ erwählt hatte— er gehört zu den Männern des Bluts und des Betrugs, welche der Herr verabſcheut. Er will gegen die gen Iſrael geſandten, gegen die Männer nach dem Herzen Gottes, das gottloſe Schwert erheben!“
„Nein, Vater, nein! ich ſagte Euch ja, daß er die geheimen Berathungen der Gottloſen kennen lernen, und ſie dann an's Licht bringen wollte. Dies ſollte noch heute geſchehen. Ach! daß man ihm darin zuvorkommen mußte! O Vater! um Gotteswillen helfet und rathet!“
„Ich kann nicht rathen, und Hülfe iſt nur bei dem, der mächtig iſt im Himmel! Wer wird ihm jetzt noch Glauben ſchenken. Er wird verurtheilt werden, denn die weltlichen Richter können nicht wie der himmliſche, Herzen und Nieren prüfen; die Richter werden ausru⸗ fen: er ſagt Lügen, um das Leben, was er verwirkt hat, zu verlängern. Und die Menſchen werden dem alten David auf dem Wege ausweichen, und ſagen: Dieſer hat ſeine Tochter, ſein eigen Fleiſch und Blut den Kindern Belials verpfändet, die ein Gräuel ſind im Auge des Herrn, und allem Fleiſche ein Ekel. Jcabod! Jeabod! Die Herrlichkeit iſt aus meiner Wohnung ge⸗ wichen!“
„Wenn denn keine Rettung mehr möglich iſt, ſo muß er fliehen, weit von hier, wo die Rache den Un⸗ ſchuldigen nicht erreichen kann.“
„Ja, laß ihn fliehen,“— ſprach David—„ſo weit ſeine Füße ihn tragen können: denn hier iſt das Schwert über ihn aufgehoben. Doch wohin wird er ſich


