Teil eines Werkes 
Entstehung
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264 Lange Zeit herrſchte eine tiefe Stille im Gemache, und ein Jeder erwartete mit geſpannter Sehnſucht die Auf⸗ klärung dieſer plötzlichen Erſcheinung. Da trat die Alte in das Zimmer, näherte ſich der ſo erwartungsvollen Gruppe, und ſprach mit bewegter Stimme:Der lang erwartete Zeitpunkt iſt endlich erſchienen, und das trau⸗ rige Geheimniß meines Lebens ſoll Euch jetzt entſchleiert werden.

Dreiundzwanzigſtes Kapitel.

Drückend iſt des Laſters Joch Schwer ſind ſeine harten Bande Und der Sünder wählt ſie doch, Taumelnd an des Abgrunds Rande; Bei der tiefſten Sklaverei Duͤnkt der Thor ſich groß und frei! Niemeier.

Ehe wir Tekla's intereſſante Erzählung unſern Leſern

mittheilen, müſſen wir uns zuvor mit den wichtigen

Ereigniſſen, welche in Vater Davids Wohnung vor⸗ fielen, bekannt machen. Eliſe haite ſich, ſeit ihr Vater in ihr Geheimniß eingeweiht war, und es gebilligt hatte, den ſchönſten Hoffnungen hingegeben. Die frühere Röthe ihrer Wangen hatte ſich wieder eingeſtellt, und ihre Augen ſtrahlten von einem lieblichen Feuer. Ihres Va⸗ ters Zuneigung zu ihrem Geliebten erfüllte ſie mit der reinſten Freude, und ſie ſchmeichelte ſich mit dem wohl⸗ gefälligen Gedanken, wie Parthy durch die Offen⸗ barung des blutigen Anſchlags vom Prinzen belohnt, und in eines Jeden Anſehen, beſonders dem ihres alten Vaters ſteigen würde. Jede Furcht, wodurch ſie früher ſo oft beängſtigt wurde, war gewichen, denn noch heut Abend oder Morgen ſehr früh wollte ihr Geliebter mit ſeinen beiden Freunden das wichtige Vorhaben ausführen.