ſo grauſame That ausgeführt werden ſollte, obgleich ich es gewiß hätte denken müſſen, daß es dahin käme, wenn ich nur den blutdürſtigen Charakter des Mannes, der an der Spitze des Blutbundes ſtand, berückſichtigt hätte. Und als mir der blutige Entwurf in allen ſeinen Ein⸗ zelnheiten mitgetheilt wurde, da konnte, wollte ich nicht mehr zurücktreten. Jetzt reiſe ich von hier ab. Wenn es des Himmels Wille iſt, dann wirſt Du mich noch ein⸗ mal, aber auch zum letztenmale wiederſehen, um die Auf⸗ klärung zu erhalten, welche Dir über die früheren Schick⸗ ſale einer Unglücklichen zugeſagt ſind, welche dem Himmel dankt, daß Du vor dem klaffenden Abgrunde bewahrt blie⸗ beſt, der ſich Dir ſo nahe öffnete. Lebe wohl!“ Mehreremale las Moritz dieſen Brief, und obgleich verſchiedenartige Gefühle ihn bewegten, ſo mußte er ſich doch zuletzt eingeſtehen, daß Klara nur die Wahrheit geſchrieben hatte. Seine innigſte Theilnahme konnte er ihr nicht verſagen. Für ihre Sicherheit nur bedacht, wurde er unwiderſtehlich nach ihrer Wohnung hingezogen, wo er aber den Bericht erhielt, daß das Fräulein ſeit einer Stunde die Stadt verlaſſen habe. Alle übrigen Erkundigungen blieben fruchtlos.
Noch an demſelben Abend ſah Moritz auf wenige Augenblicke Emma, deren Geſundheit unter der freund⸗ lichen Pflege der Hausgenoſſen mit jedem Augenblicke zunahm. Als am folgenden Morgen Moritz wieder Zutritt bei ihr erhielt und knieend, ihre Hand mit heißen Thränen benetzend, um Verzeihung bat, da wurde ihm die Ueberzeugung, daß er noch eben ſo innig geliebt würde wie früher, und die Hoffnung auf eine ſchöne Zukunft belebte wieder ſein Herz. Auf Emma's Wan⸗ gen ſtellte ſich allmählig die liebliche Röthe wieder ein, und die ſo lange von ſchmerzlichen Thränen getrübten Augen nahmen wieder ihren früheren Glanz an oder waren mit Thränen der Freude benetzt. An demſelben
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