Teil eines Werkes 
Entstehung
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dige Dame zur Erzählung aufzufordern; und da ſie wahrſcheinlich ebenſo ſehr wünſchte, die Geſchichte wie⸗ der zu erzählen; ſo fing ſie nach einigen Entſchulvi⸗ gungen, und ungeachtet der Winke ihrer Schwägerin alſo an:

„Wiſſet denn, geehrter Herr!— oder wenn es mir erlaubt iſt, will ich Euch wie die übrigen Hausgenoſſen Vetter nennen— wiſſet daher, daß vor drei oder vier Jahren— doch nein, es muß ſchon länger her ſeyn, denn der ehrwürdige Boetins Crici war hier noch Prediger, und der iſt, wenn ich nicht irre, Anno 17 weggezogen, doch das thut nichts zur Sache, es wird mir, außer den Geburtstagen der Familie, welche auch in der Bibel angeſchrieben ſind, ſchwer, den Datum zu behalten, und außerdem....

„Wenn Du ſo gut ſeyn wollteſt, liebe Barbara!“ ſprach Frau von Heerema, welche ſich mit einer weiblichen Arbeit beſchäftigte, und allem Anſcheine nach nicht viel auf die Erzählung achtete—„ohne Umwege Deine intereſſante Geſchichte zu erzählen, damit wir unſern Vetter nach ſeinem Zimmer führen könnten; denn man hat, wie ich ſah, ſein Gepäck ſchon hiehergebracht, und er wird wohl wünſchen, ſich ein wenig umzukleiden.“

„Gern, liebe Schweſter, ſehr gern,“— erwiederte die redſelige Dame, welche viel auf Abſchweifungen hielt—„ich will die Sache ſo einfach und ſo gedrängt als möglich erzählen. Vor fünf oder ſechs Jahren— denn ſo lange muß es wohl her ſeyn— war auf der ganzen Inſel kein Knabe, welcher dem Hayo Piers an Verwegenheit gleichgekommen wäre, hieß deßhalb auch der wilde Hayo, und ſo oft die jungen Leute et⸗ was Kühnes oder Verwegenes unternahmen, ſo mußte Hayo an ihrer Spitze ſeyn. Eines Tages kletterte er wie eine Katze auf die Kuppel des Schloßthurmes, und drehete ſich dort wie eine Windfahne, dieß Alles aus reiner Liebhaberei, um etwas zu thun, was keiner der übrigen Knaben ihm nachzuthun wagte. Bei einer au⸗

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