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Doch, wenn Ihr es wünſcht, ſo werde ich Euch dieſe berüchtigte Erzählung vortragen, weil Ihr ſonſt Gefahr laufen könntet, ſie aus dem Munde meiner ehrbaren Schweſter zu vernehmen, welche, wie mehrere andere junge Mädchen“— ſetzte er mit einem faſt ſpöttiſchen Lä⸗ cheln hinzu—„eine ſehr lebhafte Einbildungskraft beſitzt, und daher leicht zu einigen Uebertreibungen hinneigt.“
„Wie kannſt Du ſo reden, Bruder!“— ſagte die Tante ein wenig ſcharf, da dieſe letzten Worte ihr nicht zu gefallen ſchienen—„Hab' ich den Vorfall je anders erzählt— und mehr als hundert Menſchen habe ich ihn erzählen müſſen: denn jeder wünſchte ihn gern von mir zu hören— als der arme Knabe ihn mir ſelbſt am Morgen, als er ſich zutrug, von Anfang bis zu Ende erzählte? War er nicht halb todt von Entſetzen, und zitterte er nicht wie ein Fieberkranker vor meinen Augen? Habe ich ihm nicht ſechs Löffel voll von meinem Erxtrakt, von Löffelkraut, Ehrenpreis, Krauſemünz und Tauſend⸗ guldenkraut gegeben, ehe er ſich ſo weit von ſeinem Schrecken erholen konnte, um mir das Ganze mitzu⸗ theilen?“
„Das iſt alles die reine Wahrheit, liebe Schweſter! Und wenn unſer werther Gaſt ſo viel Geduld hat, Deine Erzöhlung anzuhören, und ſo viel Geiſteskraft, um ſie ohne Schaudern zu vernehmen, dann mache Deinem Herzen Luft, und erzähle Deine Geſchichte auch noch zum tauſendſten Male. Ich will unterdeſſen mit Tako die Ordnung unter unſern vierfüßigen Unterhanen, welche, wie ich glaube, auch ein Geſpenſt geſehen haben, weil ſie ein ſo fürchterliches Bellen erheben, wieder herſtellen. Recht bald, lieber Vetter! ſtehe ich wieder zu Euren Dienſten.“
So redend, entfernte er ſich mit ſeinem Sohne, obgleich dieſer lieber geblieben wäre, und die Geſchichte nochmals angehört hätte, welche er vielleicht ſchon hun⸗ dertmal gehört hatte. Moritz unterließ nicht, die wür⸗
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