Teil eines Werkes 
Entstehung
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und nichts Auffallendes darin bemerkt habe, womit er die Neugierde des jungen Taco befriedigen könnte. Tante Barbara ſchien jedoch mit dieſer Erklärung nicht zu⸗ frieden zu ſeyn, und richtete noch tauſend andere Fragen an Moritz, wovon er einige gar nicht, andere ſehr gut beantworten konnte. Zu den erſtern gehörte die Frage, welcher Religion dieſe ſonderbare Frau wohl angehöre, und ob ſie ein Morgen⸗ oder Abendgebet geſprochen habe.

Denn Ihr ſeht wohl ein, geehrter Herr! ſagte die eifrige Dame, indem ſie mit bedenklichem Kopf⸗ ſchütteln die Hände falteteEinige behaupten, daß ſie zu den Katholiken gehöre, und allerlei Kreuze und Bilder, und der Himmel weiß, was noch alles mehr in ihrer Hütte verborgen hält. Andere gehen noch weiter, und behaupten ſteif und feſt, daß ſie die Götzen anbete, welche man in uralten Zeiten auf dieſer Inſel verehrte. Aber ich habe es ſtets, ſo viel es in meinen Kräften ſtand, widerſprochen; ich glaube, daß die arme Tekla ebenſo gut eine Chriſtin iſt, als wir alle obgleich, man muß es geſtehen, ſie niemals die Predigten des ehrwürdigen Timanni beſucht.

Nachdem Moritz erklärt hatte, über dieſen Punkt nichts ſagen zu können, frug die Tante wieder:

Auch vermuthe ich, daß Ihr geſtern Abend eine einfache Mahlzeit, und dieſen Morgen ein ähnliches Frühſtück hattet. Und Euer Bett ich müßte mich ſehr irren, wenn es aus etwas anderem, als getrockne⸗ tem Schilfe und Seegraſe beſtanden hätte. Habe ich recht gerathen?

Moritz antwortete, daß er nur geringe Bedürf⸗ niſſe gehabt habe, und daß dieſe reichlich erfüllt worden ſeyen. Auch habe er die Nacht hindurch ſich eines er⸗ guicklichen Schlafes erfreut.

Ja, ja, wir wiſſen es recht gut, erwiederte die Tante, einigermaßen getäuſcht durch die unbeſtimmten Antworten, welche keineswegs ihre brennende Neugierde befriedigtenwir wiſſen es, wenn wir auch nicht