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gar nicht kannte, befragt, und auch über ſeine Reiſe und ſeinen Aufenthalt in Frankreich. Endlich kam auch das Geſpräch auf ſeine gegenwärtige Reiſe und die Ueber⸗ fahrt, und man vernahm nicht ohne Theilnahme die er⸗ lebten Abentheuer, und beſonders ſein Zuſammentreffen mit der alten Tekla, und ſein Uebernachten bei dieſer Frau. Er wurde aufs genaueſte gefragt, was er dort geſehen habe, da er aber ſtets im Allgemeinen antwor⸗ tete und alle Einzelnheiten zu vermeiden ſchien, ſo drang ſein Wirth nicht weiter in ihn. Bald ſtellte er Moritz ſeinen Hausgenoſſen vor, beſtehend aus ſeiner Gemahlin, Wiſte von Kamminga, eine Frau von einer edlen
ſtolzen Figur, doch mit einem Zuge von Schwermuth auf
ihrem Antlitz; ferner aus ſeiner Schweſter, einer unver⸗ heiratheten Dame, welche ſchon ihre gewiſſe Jahre zählte, und allgemein unter dem Namen Tante Barbara bekannt war; dann noch ſeine drei Kinder, zwei Knaben und ein Mädchen, wovon der älteſte dreizehn Jahre alt war. Dieſer letzte hatte ein blühendes Aeußere, lebendige Au⸗ gen und ein ſehr einnehmendes Weſen. Er war ſchnell mit Moritzen bekannt, und bot ſich zu ſeinem Führer an, um ihm alle Merkwürdigkeiten der Inſel zu zeigen. Als er erfuhr, daß Moritz in der Hütte der alten Tekla übernachtet hatte, wollte er durchaus noch an demſelben Tage mit ihm dorthin; denn, ſagte er: er habe ſich ſchon früher bemüht, mit der ungeſelligen Alten näher bekannt zu werden, aber ſie habe ihn auf eine ſolche Weiſe von ſich entfernt, daß der wilde Knabe, ſo wenig er auch das Feld zu räumen gewohnt war, doch keinen Widerſtand hatte leiſten können. Er beſtürmte Moritz mit allerlei Fragen über das Innere der Hütte, denn ſo oft er auch um dieſe herumgeſchwärmt, ſo wäre es ihm doch nie geglückt, auch nur einen einzigen Blick hineinzuwerfen, noch auszuforſchen, was ſie darin ver⸗ richte, welches ſeine beſondere Theilnahme in Anſpruch zu nehmen ſchien. Doch auch jetzt erklärte Moritz, daß er den größten Theil darin ſchlafend verbracht hätte,


