Teil eines Werkes 
Entstehung
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11 deſſen einem Ende ſich ein Gemüs⸗ und Blumen⸗ garten befand, und an dem andern ein Luſthölzchen. Die große Ebene vor dem Schloſſe war mit verſchiedenem Geſchütz beſetzt, wodurch das Schloß ein kriegeriſches Anſehen, welches man in jenen Zeiten nicht gewohnt war, erhielt.

In dieſem Zuſtande befand ſich noch das Schloß im erſten Viertel dieſes Jahrhunderts. Doch ſeit einigen Jahren hat dies Gebäude daſſelbe Schickſal, welches ſo manche andere Schlöſſer in den Niederlanden gehabt haben. Es wurde von Grund aus geſchleift, alle Bäume ausgerottet, und der Grund und Boden einer uralten und berühmten Familie in Ackerland umgewandelt, ſo daß man, ohne von Sachkundigen aufmerkſam gemacht zu werden, die Stelle nicht mehr würde finden können.

Moritz hatte einige Augenblicke in Betrachtung des Gebäudes zugebracht, und trat jetzt, nachdem er ſeinen Führer zurückgeſchickt hatte, an das Hauptthor. Zwei bis drei Jagdhunde ſprangen, als er ſeine Hand nach dem ſchweren Klöpfer ausſtreckte, ihn mehr auf eine un⸗ geſtüme als friedliche Weiſe an, und ihr Gebelle wurde von der andern Seite der Thuͤr von mehreren andern beantwortet. Inzwiſchen wurde die Thür geöffnet, und Moritz ließ ſich anmelden. Er wurde in einen geräu⸗ migen Saal geführt, von wo aus man eine weite Aus⸗ ſicht auf die Inſel hatte. Wenige Augenblicke ſpäter trat der Schloßherr ein, und hieß ſeinen Gaſt auf das freund⸗ lichſte willkommen.

Der Herr Jan von Heerema von Tierkwerk denn die würdige Perſon, welche dieſen Namen führte, war gewohnt, wenn er von ſich ſprach, ſich deſſen ohne einige Abkürzung zu bedienen, war noch in der vollen Kraft des männlichen Alters, und zeigte in ſeiner ganzen äußern Geſtalt das Bild eines kräftigen und wackern Frieſen. Sein Antlitz trug das Gepräge der ſeinen Landsleuten eigenthümlichen Aufrichtigkeit, welche wieEinige