8 tete. Einige in einer Ecke des Zimmers liegende Bunde Stroh dienten ihr wahrſcheinlich zum Lager. Durch die geöffnete Thür ſah man auf eine ſandige mit Hügeln bedeckte Fläche, wo nur hier und da eine einzelne Hei⸗ depflanze ſichtbar war. Die Sonne ſtand ſchon hoch am Himmel und ihre hellen Strahlen verkündeten einen ſchö⸗ nen Sommertag.
Sobald Moritz eingetreten war, entfernte ſich die Alte auf demſelben Wege, woher er gekommen; tret aber kurz nachher wieder ein, und machte Moritz aufmerkſam, wie nun wieder eine jede Spur zum Eingang in die Grotte verſchwunden ſeye, und wie eine Fallthür, mit Sand und Heidekraut bedeckt, den Eingang kinſtlich verberge.
„Kein Sterblicher, ich wiederhole es Euch,“— ſprach die Alte—„fennt dieſen unterirdiſchen Aufenthalt. Ihr ſeht, wie künſtlich der Eingang für einen jeden Eintretenden verborgen iſt. Ihr allein kennt dieß Ge⸗ heimniß, und Ihr habt mir feierlich gelobt, es nie zu verrathen. Man wird Euch auf dem Schloſſe fragen, woher Ihr kommt, und Ihr braucht meinetwegen keine Unwahrheit zu ſagen. Erzählet nur, daß die alte Tekla Euch die Nacht in ihrer Hütte beherbergt habe, ohne in Einzelnheiten einzugehen. Man neigt ſich ſchon allzuſehr hin, Alles was mich betrifft, als etwas Geheimnißvolles zu betrachten, und es wird daher nicht auffallen, wenn Ihr nicht in jeder Hinſicht ihre Neugierde befriedigen könnt. Doch jetzt geht, und ſchickt einen Diener aus dem Schloſſe, um Euer Gepäck abzuholen, und dann—
ach! ich muß Euch bitten, fortan den Weg, der zu dieſer
Hütte führt, zu vergeſſen.“,
„Die Gaſtfreundſchaft, womit ihr mich aufnahmet“ — erwiederte Moritz—„und, ich darf ſagen die Wunder, welche ich hier ſah, werden es mir ſehr ſchwer machen. Uebrigens ehre ich Euer Geheimniß und nie⸗ mals ſoll ein Wort, wovon ich nur vermuthen könnte, daß es Euch unangenehm wäre, über meine Lippen kom⸗
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