Teil eines Werkes 
Entstehung
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matt leuchtenden Lampe die geräumige Grotte, wohin ihn geſtern Abend die geheimnißvolle Alte gebracht hatte, und in geringer Entfernung von ſeinem Lager die am Strande zurückgelaſſenen Effekten, und auf einem Tiſche ein zubereitetes Frühſtück. Er erhob ſich ſogleich von ſeirem Lager, und kaum war er angekleidet, ſo trat die rieſize Geſtalt ſeiner Wirthin ein, und ſagte:

Die Sonne ſteht ſchon hoch am Himmel, aber ich habe Furer geſtrigen Strapazen wegen Eure Ruhe nicht ſtören wollen. Sie war Euch nothwendig, und ich hoffe, daß Ihr ſie au einem Orte, der ſeit einer langen Reihe von Jahren nur von einem Weſen beſucht wird, das keine andere Ruhe kennt, als die ihm einſt im Grabe werder wird, genoſſen habt. Doch hiervon wollte ich nicht reden; denn es dürfen meinen Lippen keine Klagen ent⸗ ſchweben. Das Geheimniß meines Lebens ach! nur das meiner Leiden muß auf ewig in dieſer Bruſt ver⸗ ſchloſſen bleiben. Nehmet ſchnell das für Euch bereit ſtehende Frühſtück ein, denn man erwartet Euch auf dem Schloſſe, und ein längeres Zögern könnte vielleicht Auf⸗ ſehen erregen.

Hierauf entfernte ſie ſich wieder ohne unſerm Helden auch nur die Zeit zu laſſen, ein einziges Wort zu erwie⸗ dern. Er nahm ſogleich ſein Frühſtück zu ſich und nach deſſen Beendigung ſtieg er die Treppe hinauf und kam in die Hütte, worin ſeine Gaſtgeberin in Gedanken ver⸗ ſunken an den Schornſtein gelehnt ſaß, und ihn zu er⸗ warten ſchien. Beim Tageslichte, welches jetzt hell durch die offene Thür und ein paar kleine Fenſter eindrang, hatte er Gelegenheit, die Wohnung genauer zu betrachten. Sie war reinlich, verrieth aber die größte Armuth. Auf einem kleinen, von rohen Brettern zuſammengeſchlagenen Tiſch ſtand ein irdenes Geſchirr, worauf ein Schwarz⸗ brod lag, das noch unangeſchnitten war; ein zinnerner Becher mit Waſſer ſtand daneben. Am Heerde lag eini⸗ ges Brennmaterial, wovon der aufſteigende Rauch theils im Schornſteine verſchwand, theils im Zimmer ſich verbrei⸗