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Die Verlobten des Todes : in drei Bdn. Bd. 1-3 / vom Vicomte d'Arlincourt. Aus dem Franz. von Ludwig Fort
Entstehung
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ſie einen Augenblick den Schmerzen ihrer Lage hatte entreißen koͤnnen. Indeſſen machte ſie nicht die leiſeſte Bewegung, aus Furcht, den Zauber zu zerſtoͤren. Der liebliche Geſang waͤhrte fort und ſchien ſich in Paquita's Herzen mit den Erinnerungen der Liebe zu verſchmelzen.

Nun? ſagte Dolorida, indem ſie zu ihr trat, bin ich wahnſinnig oder nicht?

Paquita erhob ſich ganz beſtuͤrzt. Ihre weit ge⸗ öffneten Augen waren mit einem flehenden Ausdrucke auf ihre Schwaͤgerin gerichtet und ſchienen ſie zu bitten, den ſuͤßen Zauber, der ſie umfing, nicht zu verſcheuchen. Sie haͤtte gern geſprochen; aber zu gewiſſen Zeiten giebt es eine ſtumme Beredtſamkeit, die ſich gegen die Sprache auflehnt, weil dieſe nicht auf der Höhe des Gefuͤhls ſteht, um es in ſeiner ganzen Waͤrme ausdruͤcken zu koͤnnen. Paquita ſank in ihren Stuhl zuruͤck, indem ſie das Geſicht mit beiden Händen bedeckte und leiſe die Worte fluͤſterte:

Wahnſinnig!... Ach, ich werde es jetzt ſelbſt!

Schweſter, ſagte Dolorida, mit einer Stimme, die faſt eben ſo melodiſch war als das Saͤuſeln des Abendwindes,gieb mir Deine Hand.

Hier iſt ſie.

Wo iſt Dein Trauring?

Ich habe ihn nicht mehr, Dolorida; er hat ihn mir in jener Nacht auf der See, mitten im Sturm und Regen, genommen, ehe er ſich ins Meer ſtuͤrzte.