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in Kurzem dieſe Gegend, ſobald der Angenblick da iſt, werdet Ihr mehr von mir hören, entweder von mir oder einigen Vertrauten. Möge auch das laufende Jahr ſein Ende erreichen, bevor ich alle meine Maßregeln getroffen und die Vollführung meines Planes feſtgeſetzt habe, das nächſte Jahr ſoll beſtimmt noch nicht weit vorgerückt ſeyn, wenn die Stunde der Rache geſchlagen hat. Ver⸗ ſäumt auch unterdeſſen nicht, alle Mittel, welche ihr für zweckmäßig haltet, zur Erweckung des Haſſes und der Erbitterung gegen die beſtehende Ordnung der Dinge unter dem Volke zu erwecken, und Alles zum großen Plane vorzubereiten.“
„Ihr dürft auf mich bauen;“— erwiederte der Andere—„auch hat mein Eifer bisher nicht geruht. Meine Feder hat die Gräuel des Tyrannen zu Papier gebracht, und ihn in ſeiner ganzen Abſcheulichkeit dem Volke dargeſtellt. Habt Ihr nichts von der hellleuch— tenden Fackel gehört, welche ſchon ſeit einigen Jah⸗ ren ihren Glanz über das Land verbreitet?“
„Gewiß,“— erwiederte Stoutenburg—„und Viele hielten Euch für den Verfaſſer, um ſo mehr, da man allgemein glaubte, Ihr hieltet Euch noch ſtets in Antwerpen bei den übrigen Verbannten auf.“
„Ich war auch wirklich nach unſerem kurzen Aufent⸗ halte in Rotterdam im letzten Winter dahin zurück⸗ gekehrt, aber ſchon vor Ende Mai's wieder hier im Lande,“— ſagte der Fremde, in deſſen Perſon wir den berüchtigten Slatius, früher Prediger zu Bleis⸗ wyk, nachher ſeines Dienſtes entſetzt, kennen lernen. —„Die Noth zwang mich dazu. Mit Schulden über⸗ laden, und ohne Brod für Frau und Kinder, ließ mich die Brüderſchaft im Stiche, und weigerte mir, für Alles, was ich ihr in den letzten Jahren geopfert hatte, eine Belohnung. Man vertröſtete mich mit ſchönen Worten. Wer weiß, ob nicht, wenn die Sachen einmal anders


