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ſich etwas damit zu gute thun! Ja, Achab ſoll um⸗ kommen, er ſelbſt und ſein ganzes Geſchlecht ſollen aus⸗ gerottet werden.“
Hier wurde das Geſpräch der beiden Männer durch das Eintreten des Knechtes geſtört, welcher einige Spei⸗ ſen auf den Tiſch ſetzte und ſich darauf wieder entfernte. Stoutenburg ſchien kein Bedürfniß zu fühlen, etwas von dem Vorgeſetzten zu genießen, doch ſein Gefährte benutzte es deſto beſſer, während erſterer, in Nachdenken verſunken, ſtarr vor ſich nieder ſah. Nachdem der Fremde ſeine Abendmahlzeit beendigt, und Hans die Ueberbleib⸗ ſel weggeſchafft hatte, fuhr jener ſo leiſe wie zuvor fort:
„Was eröffnen ſich uns für Ausſichten?— dürfen wir hoffen, daß einige einflußreiche Perſonen uns die Hand leihen werden, um den großen Plan auszuführen?“
„Ich weiß es nicht;“— antwortete Stouten⸗ burg—„auch hatte ich bis jetzt noch immer die Hoff⸗ nung, daß es nicht zum Aeußerſten kommen würde: daß ich, ohne eine völlige Umwälzung zu bewerkſtelligen, wieder in meine Ehren und Würden eingeſetzt werden würde.“
„Konnte ſo der Sohn des ermordeten Naboth die Frinnerung an das unſchuldig vergoſſene Blut aus ſei⸗ nem Herzen vertilgen, und mit den erbärmlichen Rich⸗ tern Iſraels Frieden und Freundſchaft ſchließen, und ſich vor dem Manne beugen, der das Blut des Greiſes be⸗ gehrte?“
„Was ich vielleicht gethan haben würde, weiß ich nicht,“— erwiederte Stoutenburg—„wohl aber, was ich jetzt zu thun entſchloſſen bin, und wovon mich kein Himmel und keine Hölle abhalten ſoll. Doch jetzt bin ich noch nicht im Stande, Euch die Hülfsquellen, welche mir zur Ausführung meines Planes dienen ſollen, mitzutheilen. Wir werden uns morgen vielleicht auf einige Wochen, wohl gar Monate trennen. Ich verlaſſe
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