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ſternd—„redet aber nicht zu laut, denn auch die Wände können Ohren haben. Wir beſinden uns hier in der Wohnung eines erbitterten Gegners der guten Sache, und eines Anbeters des Achabs aus Iſrael. Nein, zwi⸗ ſchen uns und dem Tyrannen kein Bündniß! Bald wird der Augenblick eintreten, wo wir die mannhaften und ſchrecklichen Waffen gebrauchen, und unſere Steine in den Straßen erheben müſſen, wodurch der blutdürſtige Tiger verjagt und eiligſt fliehen wird.“
„Was mich anbetrifft, mein Entſchluß iſt gefaßt;“ — erwiederte Stoutenburg—„und wie auch der Ausgang ſeyn möge, man muß alle Mittel anwenden, um eine Veränderung in den Angelegenheiten hervor⸗ zubringen. Ich will Rache für den Mord meines Va⸗ ters, Rache für das mir angethane Unrecht und die mir
noch täglich widerfahrenden Kränkungen. Diejenigen,
welche am Plane Theil nehmen, werden auch die daraus entſprießende Frucht genießen. Doch Ihr— Ihr ſeyd oder waret wenigſtens ein Religionslehrer; könnet Ihr mit in unſern blutigen Bund treten?“
„Und warum nicht? Was könnte mich verhindern, zu der Befreiung des Landes mit Hand anzulegen? Spricht nicht der Herr ſelbſt das Urtheil über die Mäch⸗ tigen der Erde, über Könige und Fürſten. Leſen wir nicht, wie die geſegnete Frau in Bethulien, Judith, von dem Herrn ſelbſt angefeuert wurde, das Haupt des Krie⸗ gers, dem Feinde des Volkes Gottes, mit eigener Hand abzuhauen? Und hab' ich nicht wachend und träumend geglaubt, eine Stimme zu hören, welche über den Ty⸗ rannen das Urtheil ausſprach, welches der Prophet einſt an Achab verkündigte, als er den frommen Bürger Na⸗ both durch erbärmliche Richter zum Tode verurtheilen und ſeine Güter einziehen ließ? Sein Blut ſoll auf derſelben Stelle, wo das Blut des Greiſes vergoſſen wurde, wieder vergoſſen werden, und mögen die Hunde


