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Strohlager und ein Biſſen Brod zu finden geweſen wäre. Der Fremde ſchien es jedoch nicht zu hören, wenigſtens nicht auf ſich zu beziehen, ſondern ſchenkte ſich einen Becher Wein ein, und beſtellte etwas zum Abendeſſen, welches wahrſcheinlich noch ein Reiſender mit ihm thei⸗ len würde. Kurz darauf hörte man auch die Tritte eines Pferdes, und der Stallknecht hatte auf dieß ihm wohlbekannte Geräuſch das Zimmer verlaſſen, und trat bald wieder etwas höflicher, von einem dem Anſcheine nach vornehmen Reiſenden begleitet, herein. Es war Stoutenburg, der gleich nach ſeiner Unterredung mit dem Statthalter den Haag verlaſſen hatte, und ziemlich erhitzt hier ankam. Er näherte ſich ſogleich dem Fremden und warf ſich auf die Bank nieder. Beide ſchwiegen einen Augenblick, doch nachdem David ſich zur Ruhe, und Hans, um die Mägde zur Eile an⸗ zutreiben, in die Küche begeben hatte, eröffnete der Fremde das Geſpräch.
„Ihr habt alſo Euer Vorhaben ausgeführt, und
ſeyd bei ihm geweſen? Was hatte Euer Beſuch für
einen Erfolg?— Nach Eurem Ausſehen zu urtheilen, fürchte ich, daß Ihr das oleum et operam perdidi anſtimmen müſſet.“
„Ja, bei allen Geiſtern der Hölle! Eure Voraus— ſagung war nur zu wahr;“— antwortete Stouten⸗ burg.—„Verdammter Narr, der ich war, Euren Rath in den Wind zu ſchlagen, und feigherzig genug zu ſeyn, mich vor ihm zu demüthigen und das von ihm zu er⸗ bitten, was ich mit Recht hätte fordern können. Und dieß Alles noch umſonſt. O! wären meine Füße ver⸗ lahmt,“— fuhr er leidenſchaftlich fort—„ehe ich mich an den wandte, dem ich mich nur mit dem Schwerte oder Dolche in der Fauſt, um ihn zu verderben, hätte nähern müſſen!“
„Ihr habt Recht;“— erwiederte der Andere flü⸗


