Teil eines Werkes 
1.-3. Theil (1844)
Entstehung
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Stadt in einen Schutthaufen und zerſtoßene Aſche ver⸗ wandelt zu ſehen wie der geſegnete Pſalmiſt ſagt.

Ihr lügt, Alter! ſagte der Fremde in einem bittern Tone, indem ſeine Augen, deren Ausdruck gewöhn⸗ lich matt war, ſich rachgierig hin und her bewegten. Eure Lippen reden eine verabſcheuungswürdige Sprache, wie früher Jeria, Selemias Sohn, als ſie gegen den heiligen Propheten den Tadel ausſprachen: Ihr wollt Euch den Chaldäern zugeſellen! nur weil er nach Einigkeit trachtete, und dem Lande und dem Könige zu helfen bemüht war.

David, ſo ganz unerwartet durch ſeine eigenen Waffen bekämpft, blieb die Antwort ſchuldig, und ſo eben im Begriffe, ſein: Icabod, Jeabod! wieder auszurufen, fuhr der Fremde, welcher ihm die Zeit nicht ließ, fort:

Nein, die Spaltung in der Kirche und dem Staate iſt keineswegs von der Seite entſtanden, ſondern viel eher von denen, welche jetzt die Gewaltigen im Lande ſind. Doch ſie mögen auf ihrer Hut ſeyn und be⸗ ſonders der Fürſt in Iſrael, damit nicht das Urtheil, wodurch die Stämme von ihm abwend g gemacht, gegen ihn ausgeſprochen werde, und damit man die blitzenden Schwerter nicht gegen ihn richte, wie ſrüher gegen Re⸗ habeam, dem Sohne Salomonis.

tachdem der Reiſende dieſe Worte geſagt hatte, ſtand er auf und trat in die Herberge. David war ſtumm vor Erſtaunen und Unwillen, da er gegen ſein Vermuthen ſeine Reden an einen ſo verſtockten Armi⸗ nianer verſchwendet hatte, und außerdem noch gezwun⸗ gen war, ihn unter ſeinem Dache aufzunehmen. Gern würde er den unwillkommenen Gaſt aus ſeinem Hauſe gewieſen haben, doch einestheils ſchien es ihm dazu ſchon zu ſpät zu ſeyn, und anderntheils ſtand er im Zweifel, ob er nicht gegen einen Menſchen, der ſich ſolcher auf⸗ rühreriſcher Reden gegen die jetzige Regierung und den