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delnde Bemerkung gegen die Verbannten länger zu ſchwei⸗ gen—„als nur unter den Feinden des Landes und den Katholiken, da ihr eignes Vaterland ſie auf eine grau⸗ ſame Weiſe verſtoßen hatte?— Und warum verſtoßen? weil ſie über einige Punkte in der Religion anners dachten, und Frieden und Einigkeit im Lande zu erhalten bemüht waren.“
„Was ſprecht Ihr da, Menſch!“— rief David leidenſchaftlich aus, ind er ſeine großen Augen auf den Fremden richtete, und jetzt erſt merkte, daß er in ſeiner Meinung nicht ganz mit ihm übereinſtimme— „oder vielmehr was für ein Geiſt redet aus Euch? Dürft Ihr Menſchen vertheidigen, welche mit den Papiſten gemeinſchaftliche Sache machen, und bereit ſind, deren Schuhe anzuziehen, und früher ſchon zeigten, wie ſich Ephraim auf die Syrier verläßt?“ Hier ſchien das Ueber⸗ maaß ſeines Unwillens plötzlich ſeine Lippen zu ſchließen und er murmelte kaum hörbar:„Jeabod! Icabod!“
Der Fremde jedoch, welcher glaubte, lange genug geſchwiegen zu haben, ließ ſich durch Davids flam⸗ mende Blicke nicht abſchrecken, fuhr vielmehr mit Erhe— bung ſeiner Stimme fort:
„Männer, welche, als ſie Frieden predigten, und die Streitigkeiten beizulegen bemüht waren, mit Schwer⸗ tern und Stöcken angegriffen, in den Kerker geworfen und als gemeine Sünder aus dem Lande verjagt wurden.“
„Was, Ihr redet von Friede, wo kein Friede iſt“ — erwiederte David eifrig—„was redet Ihr von Streitigkeiten beizulegen, um nur aus der Kirche ein unreines Gefäß zu machen, worin Alles aufgenommen wird, wie in dem unreinen Spülfaſſe Moabs?— Ge⸗ ſegnet ſeyen die Lippen, welche das Urtheil über die von Iſrael Abtrünnigen ausgeſprochen haben, denn ſie wollten weiter nichts, als ſich mit den Moabiten und den übri— gen Feinden der Auserwählten verſöhnen, und die heilige


