verhüllte. Das unheilverkündende Thier, obgleich vor ſeinen Augen verſchwunden, ſchien noch immer ſchreiend kreisförmig um ſeinen Kopf herumzufliegen, wie es früher Statt fand, als er zu Rotterdam die prophezeihende Alte beſuchte. Plötzlich kam ihm dieſe Zeit wieder in das Gedächtniß, und er glaubte die ſchauerlichen Bilder aufs Neue zu ſehen, welche ſich ihm in dem verhängniß⸗ vollen Spiegel gezeigt hatten, als es ihm zum dritten und letzten Male vergönnt worden war, einen flüchtigen Blick in die Zukunft zu werfen.
„O mein Gott!“— rief er zitternd aus—„das Schickſal muß ſeinen Gang gehen. Es iſt zu ſpät— zu ſpät!“— Darauf warf er ſich neben dem Wege auf den Boden nieder, und hielt das todtenbleiche Antlitz eine geraume Zeit in dem langen, von dem Nachtthaue befeuchteten Graſe verborgen.
Neunzehntes Kapitel.
Verzweiflung, Rachedurſt und Armuth und Gefahr Treibt zu dem ſchwarzen Bund, der Meut'rer ſchnöde Schaar. Wir müſſen noch auf kurze Zeit in Davids Woh⸗ nung zurückkehren. Er hatte mit dem Fremden das Ge⸗ ſpräch noch eine Zeitlang mit einem ungewöhnlichen Feuer fortgeſetzt, und eiferte mit lauter Stimme gegen das herrſchende Verderben in den Paläſten Ascalons und auf den Bergen in Samaria. Nur ſelten unter⸗ brach ihn der Fremde, welcher aufmerkſam zuzuhören ſchien, obgleich auch nur ein oberflächlicher Beobachter hätte ſehen können, daß der Reiſende weit entfernt war, mit Davids Anſichten übereinzuſtimmen, ſondern ſogar


