Teil eines Werkes 
1.-3. Theil (1844)
Entstehung
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hindern könnte, Dein Vorhaben auszuführen. Du ſtammſt von unbeſcholtenen bürgerlichen Eltern, wie Du mich verſicherteſt, Du haſt Dein Auskommen und ſollte dieß auch nicht bedeutend ſeyn, ſo wird mein Vater, da er ſelbſt wohlhabend iſt, nicht darauf ſehen. Du biſt außerdem in voller Kraft des Lebens und zu jedem Wir⸗ kungskreiſe geſchickt. Was könnte mein Vater dagegen einwenden, wenn der erfährt und wie könnte er ſich wundern daß ſeine Eliſe ſo ganz mit Dir über⸗ einſtimmt. Doch ein Umſtand fuhr ſie nach einer kleinen Pauſe fortwenn Du einer andern Konfeſſion angehörteſt, worüber mein Vater nicht ſo leicht hinweg⸗ ſieht, könnte Hinderniſſe in den Weg legen.

Dieß braucht Dich nicht zu beunruhigen er⸗ wiederte Lutinich gehöre nicht zu den Papiſten, und habe nichts mit ihnen gemein. Meine Eltern wa⸗

ren Reformirte, und haben ſelbſt in früheren Zei⸗

ten viele Verfolgungen des Glaubens wegen er liten. Auch ich bin in dieſer Lehre auferzogen.

Aber es ſind nicht allein die Katholiken, er⸗ wiederte Eliſewogegen mein Vater ſo heftig er⸗ bittert iſt, er iſt es noch mehr gegen die Arminianer, und ich hoffe, um des Himmels Willen, daß Du nicht zu denen gehörſt; denn er würde ſeine Tochter lieber ſterben ſehen, als ſie einem ſolchen geben.

Beruhige Dich deßhalb, Eliſe! ich wiederhole es Dir ſagte er lächelnddenn wäre ich auch in dieſem Augenblicke ein eifriger Remonſtrant ſo würde ein einziges Wort von Deinen Lippen mich von dem Irrwege abbringen, und Alles aus mir machen, was Du wollteſt.

Pfui! erwiederte Eliſe ernſtwas ſind das für Reden. Wie könnte ich ſchwaches, einfältiges Mädchen Dich von der Irrlehre abbringen? Oder Du müßteſt meinen Worten nur leichtſinnig und ohne Nach⸗