Teil eines Werkes 
1.-3. Theil (1844)
Entstehung
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meiſten, ſind die großen dunklen Kaſtanienbäume hinter dem Hauſe verſchwunden. Von einem dieſer Bäume war vom Winde ein Aſt abgeſchlagen, welcher ein Paar Dachziegeln mit ſich fortgeriſſen hatte. Jetzt fürchtete man, daß der Baum ſelbſt, welcher alt zu wer⸗ den anfing, bald vom Sturme umgeriſſen werden kann, und in ſeinem Falle dem Hauſe bedeutenden Schaden zufügen könnte. Deßhalb wurde dieſer Baum, und wahr⸗ ſcheinlich aus demſelben Grunde, die beiden andern ge⸗ fällt.Ich würde es nie erlaubt haben, wenn ich hier geweſen wäre, ſagte ich zu unſerm vorigen Rentmeiſter, der mir dieß erzählte. Ich war nämlich in dieſem Au⸗ genblick in den ſchwärmeriſchen Gedanken verſunken, daß ein Baum das Dach, dem er während einer langen Reihe von Jahren ſeinen Schatten verliehen hatte, und mich in ſeinem Falle wohl verſchonen würde. Der Mann ſah mich fremdartig an, denn er verſtand mich nicht. Die Bäume haben viel eingebracht ſagte er, mit ei⸗ nem fragenden Blick meiner Antwort entgegenſehend. Dies Wort war mir ſtörend:Geld! murmelte ich in mich, und kehrte ihm den Rücken zu. Späterhin ſah ich jedoch ein, daß es gut für uns geweſen wäre, daß unſer Rentmeiſter nicht mit gleicher ſchwärmeriſcher Anhänglichkeit, ſo wie ich an dieſen Gegenſtänden hing. Dieß würde uns, fürchte ich, großen Nachtheil zuge⸗ zogen haben.

Der ächte Kaſtanienbaum jedoch, neben dem großen Fiſchteiche, unter deſſen gaſtlichen Schatten ſich die Fa⸗ milie ſo oft verſammelte, war noch da; aber mit, wie bei einer Trauerweide herabhängenden Aeſten, ſah er dem herannahenden Augenblicke ſeines Falles ängſtlich ent⸗ gegen. Der Fiſchteich ſelbſt, der früher ſeines klaren Waſſers wegen, ſo ſehr geprieſen wurde, war jetzt mit Waſſerlinſen und Schilf bedeckt, und beinahe ausgetrock⸗ net. Die beiden andern Teiche waren ausgefüllt, und ſo wie der ganze übrige Garten mit Küchenkräutern be⸗ baut. Die Lauben, worin wir ſpielten, oder die Kupfer