Teil eines Werkes 
1.-3. Theil (1844)
Entstehung
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zu V, oder auf dem mit Gras bewachſenen Grabhügel unſerer alten treuen Margarethe vergoß.

Ich habe Dir verſprochen, liebe Henriette, daß ich Dir von allen Ereigniſſen auf meinem Zuge, ſo wie von den Ahnungen und Gefühlen, welche dadurch bei mir erweckt würden, eine treue Mittheilung machen wollte. Wie könnte es mir möglich ſeyn, dies Verſprechen nicht zu erfüllen? Du wareſt ja ſo ganz meiner Meinung, Du verſtandeſt mich ſo ganz, als alle Uebrigen es war am letzten Abend, wo wir mit unſerer Familie zuſam⸗ men waren mein Vorhaben, gemeinſchaftlich uns nach unſerm Landgut zu V. zu begeben, ehe daſſelbe für immer von der Oberfläche verſchwände, es mit einem gleichgül⸗ tigen Achſelzucken als unpaſſend, als.. Gott weiß es was noch mehr ablehnten. Da näherteſt Du Dich mir unbemerkt und flüſterteſt mir mit einem Händedruck zuO, dürft ich Dich begleiten, lieber Bruder! Ver⸗ giß nicht, mich gleich nach Deiner Rückkehr etwas von Dir hören zu laſſen. Ich verſprach es und habe mich jetzt niedergeſetzt, um Deiner Bitte zu genügen.

Wie könnte ich Dir den erſten Eindruck, welchen das Wiederſehen des Schauplatzes meiner Kindheit bei mir erweckte, beſchreiben? Zu meinem Glücke, daß ich nicht auf einmal dahin verſetzt wurde, und daß die verſchie⸗ denen Gegenſtände, welche mir alle minder oder mehr bekannt erſchienen, und mannigfache Erinnerungen in meinem Geiſte wieder aufweckten, ſich meinen Augen all⸗ mählig darſtellten; ſonſt wäre ich vielleich nicht Herr meiner Gefühle geblieben. Der erſte Gegenſtand dieſer Art, welcher für mich hervortrat, war die kleine Dorf⸗ kirche mit ihrem ſpitzen bemoosten Thurme. Du erin⸗ nerſt Dich ohne Zweifel dieſes ungefälligen düſtern Ge⸗ bäudes, ſeiner hohen Fenſter, der kleinen in Blei gefaßten Scheiben, gegen welche der Wind und Regen im Spätjahre in ſo klagenden Tönen ausſchlug der vielen Riſſe in der Mauer und in dem Dache, mit einem Worte

Der Schutzgeiſi. I. 2