Teil eines Werkes 
2. Theil (4. - 6. Buch) (1844)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Viertes Buch: Cardinal Wolſey. 9

zu werden, in der Hülfe der Kirche beſteht. Es iſt mit irdiſchen Waffen unangreifbar.

Es ſcheint faſt ſo, ſagte der König.Und doch mag ich mich dieſem Gedanken nicht hingeben.

Ich argwöhne ſehr, daß Triſtram Lyndwood, der Großvater des Mädchens, auf das Eure Majeſtät Eure Augen zu werfen geruht hat, auf irgend eine Art mit Herne im Bunde iſt, ſagte Bouchier.Jedenfalls habe ich ihn mit einem ſcheußlichen langen Menſchen zuſammen geſehen, der, wie ich höre, Valentin Hagthorne heißt und meiner Ueberzeugung nach zu den Ueberbleibſeln der geſpenſtiſchen Bande gehört.

Warum habt Ihr ihn nicht verhaftet? fragte Heinrich.

Ich mochte es nicht ohne Euer Majeſtät Befehl thun, antwortete Bouchier.Ueberdies konnte ich Hagthorne kaum verhaften, ohne zugleich den alten Förſter feſtzunehmen, was das Mädchen ſtark beunruhigt haben würde. Aber ich will Eure Befehle ſogleich vollziehen.

Laßt eine Abtheilung der Mannſchaft dieſe Nacht Hagthorne aufſuchen, erwiederte Heinrich,und während Mabel morgen nach dem Schloſſe gebracht wird, verhaftet Ihr den alten Triſtram und haltet ihn in bis ich Muße habe ihn zu verhören.

Eure Befehle ſollen vollzogen werden, Sire, ſagte Bouchier ſich verbeugend und trat ab.

Nicht lange nachher ging Heinrich mit Anna Bolehn und ſeinem Gefolge in die Veſper in St. Georgen⸗Kapelle. Als er eben im Begriff war umzukehren, näherte ſich ihm ein Thürſteher mit ehrfurchtsvoller Verbeugung und meldete, daß eine maskirte Dame, deren Kleidung ihren hohen Rang bekunde, eine kurze Audienz von ihm erbäte.

Wo iſt ſie? fragte Heinrich.

In dem nördlichen Gange, mit Verlaub Eurer Maje⸗