Teil eines Werkes 
2. Theil (4. - 6. Buch) (1844)
Entstehung
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6 Schloß Windſor.

Und ſo hübſch wie je ausſah, will ich ſchwören! ſagte der König.

Ich ſah ſie zum erſtenmale, Sire, antwortete Bou⸗ ier;aber ich denke, ſie kann niemals ſchöner ausgeſe⸗ hen haben.

Ich will es wohl glauben, entgegnete Heinrich.Der Drang der Geſchäfte während meiner Abweſenheit vom Schloß hatte ihr Bild aus meiner Seele verdrängt, aber es kehrt jetzt ſo mächtig wie früher wieder ein. Ihr habt alſo alles ſo eingerichtet, daß ſie morgen Abend hierher gebracht wird?

Bouchier bejahte die Frage.

Gut, fuhr Heinrich fort;aber was weiter? Ihr ſeht aus, als hättet Ihr noch etwas zu ſagen.

Eure Majeſtät wird nicht vergeſſen haben, wie Ihr die Bande des Jägers Herne ausrottetet? ſagte Bouchier.

Heilige Jungfrau, nein! rief der König aufſpringend; ich habe es nicht vergeſſen. Was iſt's damit? ha! ſind ſie wieder aufgelebt? hauſen ſie wieder im Park? Das wäre in der That ein Wunder!

Was ich zu erzählen habe, iſt faſt ein eben ſo großes Wunder, verſetzte Bouchier.Ich habe nichts von der Auf⸗ erſtehung der Bande gehört, obgleich ſie meines Wiſſens wirklich ſtattgefunden haben mag. Aber Herne iſt wieder im Walde geſehen worden. Mehrere Förſter ſind von ihm ver⸗ ſcheucht, Reiſende ſind erſchreckt und geplündert worden, und

Niemandwill jetztden Großen Park nach Dunkelwerden betreten. Wunderbar! rief Heinrich, ſich wieder ſetzend;laßt dieſe Eheſcheidung nur erſt beendigt ſein und ich will der

Laufbahn dieſes geſetzloſen, geheimnißvollen Weſens auf immer Einhalt thun.

Wollte der Himmel, dies wäre Eurer Majeſtät ver⸗ gönnt! antwortete Bouchier.Aber ich bin immer der Meinung geweſen, daß die einzige Art, dies Geſpenſt los