Teil eines Werkes 
5. - 6. Bd. (1846) Der Sohn des Teufels. 5. - 6. Bd.
Entstehung
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Sie war nicht mehr blos ein ſchönes Mädchen, ſondern auch eine reiche Erbin. Gegen alle Erwar⸗ tung hatte die Frau von Audemer eine reiche Erb⸗ ſchaft von einem entfernten Verwandten ihres Man⸗ nes erhalten, den ſie im Leben nie geſehen.

Die Vicomteſſe hatte von ihrer Armuth her eine hohe Verehrung für den Reichthum bewahrt. Der Ritter von Reinhold war reich und welche perſönliche Meinung auch Helene von ihm haben mochte, ſie nahm ihn gern zum Schwiegerſohn an.

Sie ging ſogar noch weiter und that einige Schritte wegen der Verbindung ihres Sohnes mit der Gräfin Eſther.

Zwar beſtand ein Unterſchied im Glauben und in der Herkunft, Eſther war aber doch die Wittwe eines Pair von Frankreich und die Frau von Audemer hatte nie den Stolz der Bluthaupt gekannt.

Ihre Armuth hatte ihr bürgerliche Geſinnung ge⸗ bracht. Fünfzehn Jahre lang hätte ſie das Wappen ihrer Väter mit den Titteln ihres Mannes gern für eine Rente von 1500 Francs hingegeben.

Uebrigens liebte Julian die Gräfin Eſther.

Dieſe beiden Angelegenheiten gingen neben ein ander. Nur ſchien Deniſe, die noch nicht beſtimmt gefragt worden war, gar keine Ungeduld zu zeigen, ihr Schickſal mit dem des Ritters von Reinhold zu verbinden.