Teil eines Werkes 
5. - 6. Bd. (1846) Der Sohn des Teufels. 5. - 6. Bd.
Entstehung
Einzelbild herunterladen

12

pfingen eine genügende Erziehung. Als Julian ſein achtzehntes Jahr erreichte, machte ein Freund der Familie Audemer Helenen den Vorſchlag, ihn in einem der erſten Bankierhäuſer unterzubringen, das zwar noch nicht alt ſei, aber bereits einen europäiſchen Ruf habe.

Helene willigte mit Freuden ein und Julian wurde Commis in dem Hauſe Geldberg, Reinhold und Compagnie.

Dies war eine Gelegenheit für den Ritter von Reinhold, zu der Vicomteſſe zu gelangen. Sie war damals noch ziemlich ſchön und die Beſuche des Rit⸗ ters, die immer häufiger wurden, hatten vielleicht einen nicht ganz unclgennützigen Zweck. Helene aber, die nur die Zukunft ihres Sohnes vor Augen hatte, verſchloß die Augen und ließ dem Ritter die Thüre offen. Wahrſcheinlich überſtiegen übrigens die Kühn⸗ heiten des letztern eine gewiſſe Grenze nicht, denn die Vicomteſſe ſah ſpäter kein Hinderniß, ihm die Hand ihrer Tochter zuzuſagen.

Herr von Reinhold warb wirklich eines Tages um die Hand der ſchönen Deniſe, aber da hatte ſich die Sache ganz anders geſtaltet. Julian war nicht mehr Commis in dem Bankiergeſchäft, ſondern be⸗ fand ſich als Cadett auf einem Staatsſchiffe und Deniſe kam ſtrahlend in Jugend und Schönheit aus einer der erſten Erziehungsanſtalten von Paris.