Teil eines Werkes 
2. Bd. (1850)
Einzelbild herunterladen

441

Trommelſchlag und klingendem Spiele von allen Sei ten gegen die Feſtung, und gegen halb fünf Uhr folgte der Prinz von Preußen, von einem zahlreichen glänzenden Gefolge umgeben, den Truppen und ließ die Diviſionen, welche von Kuppenheim durch Nieder bühl gegen Raſtatt vorrückten, vor letztgenanntem Dorfe ein großes Carré bilden, wo er zu den preußi ſchen Soldaten mit kräftiger, weithin vernehmbarer Stimme einige zu Herzen gehende Worte ſprach: er verſicherte ſie, daß er mit ihrem Benehmen bis jetzt vollkommen zufrieden ſey, er erkenne es an, daß ſie ſich unter Mühſeligkeiten aller Art gut und pflicht getreu benommen und daß es das Werk ihrer Tapfer keit ſey, dieſen Feldzug zu ſo ſchnellem Ende geführt zu haben, daß ſie bald ein trauriges Beiſpiel vor ſich ſehen würden, wie dagegen eine Armee endige, die ihrem Eid und ihrer Fahne untreu geworden fern von der Heimath, ſo ſchloß der Prinz, ruf ich euch den Dank eures Königs und Herrn zu, dem ich den meinigen aus vollem Herzen anſchließe. Nach einem dreimaligen lauten Lebehochrufen ſämmtlicher Truppen verließ der Prinz das Carré und ritt nach der Favo rite zurück, da er wahrſcheinlich bei dem nun folgen⸗ den traurigen Schauſpiel der Entwaffnung nicht zu gegen ſeyn wollte.

Die preußiſchen Truppen vor dem Niederbühler