Teil eines Werkes 
2. Bd. (1850)
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Nachdem wir in Niederbühl einige Zeit hatten warten müſſen, fuhren wir, ich mit verbundenen Augen, ins preußiſche Lager. Mein Kutſcher ich hatte dießmal einen Wagen mitgenommen mußte mit verbundenen Augen am Wege ſitzen bleiben und ein Soldat nahm ſeinen Platz auf dem Bock ein. Wir hielten und nachdem ich mit Hülfe des Grafen Schmettau ausgeſtiegen war, führte mich dieſer eine ziemliche Strecke weit, und am Gemurmel rings um uns entnahm ich, daß wir im Lager waren. Endlich forderte mich der Graf auf, mich tief zu bücken und das Tuch abzunehmen. Jetzt befanden wir uns in einem kleinen runden Zelt, in welchem ein Tiſch mit Schreibzeug und ein Stuhl ſtanden und wo mich der Graf allein ließ.

Nach einiger Zeit trat oder vielmehr kroch Graf Carl v. d. Gröben, kommandirender General des zweiten Corps der Rheinarmee, ins Zelt.

Graf Gröben iſt ein hübſcher, noch nicht alter Mann; ſeine Haare fangen kaum an ſich grau zu färben; ſein Geſicht trägt den Ausdruck der Güte und Milde, dem auch ſeine Manieren und der Ton ſeiner Stimme entſprechen. Ich übergab ihm mei⸗ nen Brief und nachdem er ihn geleſen, ſagte ich ihm, ich ſey von der Beſatzung von Raſtatt beauftragt, wegen Uebergabe der Feſtung zu unterhandeln. Der