Grenze überſchritten habe. Lang hatte gleich Luſt, wieder nach Raſtatt umzukehren; allein ich beſtand darauf, daß wir unſern Auftrag erfüllten und bis Conſtanz gingen. Ich wollte mich dabei zugleich nach der Stimmung in Württemberg und dem Zuſtand der Dinge in Frankreich erkundigen, um alle nur irgend zu unſern Gunſten ſprechenden Chancen in Erwägung zu ziehen.“
„Der Prinz von Preußen wünſchte, daß wir unſere Reiſe ſehr beſchleunigten; denn wenn auch ein Waffenſtillſtand abgeſchlagen war, ſchien er doch nicht Willens, die Feſtung aus den von Coblenz an⸗ gekommenen 72 Stück Belagerungsgeſchütz beſchießen. zu laſſen, bevor wir zurückgekehrt wären. Er willigte indeſſen in unſere Reiſe bis Conſtanz, da es einmal ſo ausgemacht ſey. Ich entſchied mich dabei für den Weg durch den Schwarzwald über Donaueſchingen. Nur einmal war ich in Freiburg geweſen, als ich im vorigen Jahr Frau Herwegh aufſuchte, die zu Hecker nach Kandern gegangen war. Damals hatte ich nicht Zeit gehabt, die Stadt anzuſehen, und holte es jetzt nach. Wir gingen mit Graf Schmettau in den herrlichen Dom und beſahen uns überhaupt die Stadt. An einem Thor ſah man noch die Spuren der vorjährigen Beſchießung. Gegen Mittag fuhren wir mit vier Poſtpferden nach Conſtanz ab. Der Weg
Hackländer, Soldatenleben im Krieg. II. 18 27


