Teil eines Werkes 
2. Bd. (1850)
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38 Peschiera nicht, und das macht gerade wohl dieß Waſſer des Mincio. Alte unregelmäßige Häuſer ſtehen im Innern der Feſtung an dem Waſſer und hier herrſcht reger Verkehr. Hier wohnen Hand— werker und Wäſcherinnen; kleine Kinder ſpielen unter lautem Geſchrei da herum. Der einzige Platz der Feſtung, mit grünen Bäumen bepflanzt, auf welchem ſich Spaziergänge finden, ſtößt an das Ufer des Fluſſes.

Beim Ausbruch des Krieges commandirte hier der Feldmarſchalllieutenant Baron Joſeph Rath, Ritter des Thereſienordens, ein tüchtiger Offizier. Die Beſatzung, 15— 1600 Mann, beſtand aus der nöthi— gen Artillerie, einem Zug Huſaren und einem Ba— taillon Ottochaner, ausgezeichneten Soldaten. Die Ottochaner, ein Gebirgsvolk, ſind ſchöne, große, ſchlanke Männer mit gebräuntem Geſicht, feurigem Auge und ſtarker Stimme. Da ſie auch zu Haus mitten im Frieden, gegenüber ihren kühnen und räu— beriſchen Nachbarn in türkiſch Croatien und Bosnien, beſtändig einen ſtrengen Vorpoſtendienſt in Wald und Gebirg haben, ſo iſt dieſe beſtändige Uebung eine gute Schule, die ſie im öſterreichiſchen Heer zu einer vortrefflichen leichten Infanterie macht.

Dem Feldmarſchall Radetzky mußte viel daran

liegen, Peschiera zu behaupten, deßhalb vertraute er