Teil eines Werkes 
2. Bd. (1850)
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Kanzlei dem Oberſtlieutenant der Befehl zugeſchickt wurde, noch in Derſelben Nacht einen Courier abzu fertigen, der eine wichtige Depeſche nach Ollmütz zu überbringen habe. Es war ſchon ſpät geworden, und da mehrere Offiziere, die zu Courierreiſen vorgezeich net waren, nicht aufgefunden werden konnten, ſo wurde der Hauptmann der Grenadiercompagnie, wel cher heute die Wache that, beordert, noch in derſelben Nacht abzugehen. Das war eine Gelegenheit für mich, wie ſie nicht beſſer hätte kommen können. Der Grenadiercapitän, ein ſehr freundlicher, artiger Mann mit großem pechſchwarzem Backen- und Schnurrbart, ging über Verona und Vicenza und erklärte ſich auf Befragen mit Vergnügen bereit, mir den zweiten Platz in ſeiner Reiſekaleſche einzuräumen. Meine Sachen waren bald zuſammengepackt. Der Oberſt lieutenant verſah mich mit einem Empfehlungsſchrei⸗ ben an den Commandirenden von Meſtre, Feldmar ſchalllieutenant Baron Haynau, und ſchon Nachts um 12 Uhr rollten wir durch die leerer werdenden Straßen von Mailand zur Porta Orientale hinaus auf der Landſtraße gegen Verona.

Fahrten bei dunkler Nacht haben, finden ſie in dieſem oder jenem Lande ſtatt, wenig Eigenthümliches. Die Nacht iſt Nacht, ſey es in dem rauhen Nor

dengoder in dem milden Süden, und der einzige