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Drunten in der Wachtſtube ſummt es leiſer und draußen auf dem Hof ſpazieren die Grenadierwachen feſten Schrittes und aufmerkſamen Blickes umher. Sie halten das Gewehr ſtraff im Arm und beobach ten das kleinſte Geräuſch in ihrer Nähe. Hie und da kommt noch ein Offizier aus dem innern Gebäude, der vielleicht ſo ſpät auf ſeiner Kanzlei beſchäftigt war; er hält den Säbel feſt im Arm, damit er nicht auf der Treppe klirre und die tiefe feierliche Stille unterbreche.
Im dunkeln Garten der Villa ſteht der Grena— dier vor ſeinem Schilderhaus, ein gebräunter Ungar mit langem dunklem Bart, und die große Bärenmütze wirft noch einen ſchwärzeren Schatten auf das ohne hin ſchon tiefdunkle Geſicht. Er hat den Blick er— hoben, aber ſeine glänzenden Augen haften nicht an dem dunkelblauen Nachthimmel, er ſteht regungslos und ſchaut auf ein Fenſter im erſten Stock, aus wel— chem durch dichte Fenſtervorhänge ein gedämpfter Lichtſchein in den Garten hinausdrängt. Der Gre— nadier denkt an Santa Lucia und Curtatone, Somma— campagna und an Novara und dabei ſieht er immer⸗ fort den Lichtſchein an, und da der Ungar voller Phantaſie iſt, ſo bilden ſich ihm ſonderbare Bilder aus den dichten Falten des Vorhangs. Das Fenſter wird zu einem Zauberſpiegel, der, anfänglich verhüllt, ſich


