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Feuer durch den Raum. Hatten der Graf und Lavi⸗ nia die übrigen Lichter ausgelöſcht, waren ſie gar nicht angezündet worden, hatte ſie beim haſtigen Auf⸗ reißen der Thüre und des Vorhangs ein Windzug ausgeblaſen; nur auf dem ſilbernen Armleuchter auf dem großen Tiſch in der Mitte brannten die vier Wachskerzen mit ihrem ſtillen, matten Licht. In die⸗ ſer dämmerigen Beleuchtung ſchwebten grauweiſe Wölk⸗ chen dampfend hin und her; in einer Rauchpfanne, die auf dem Geſims des Kamins ſtand, verbrannte Ambra und erfüllte mit ſeinem Duft das ganze Ge⸗ mach. Mit einem Antlitz, das wie von Stein erſchie⸗ nen wäre, wenn nicht die Augen unheimlich geblitzt, in einem weißen, lang niederwallenden Gewande, das blonde Haar von einem blauen, mit goldenen Sternen beſäeten Stirnband feſtgehalten, ſtand Lavinia ſeit⸗ wärts vom Tiſch, in den beiden hocherhobenen Hän⸗ den die ſchwere, mit ſilbernen Buckeln und Beſchlägen verzierte Bibel. Ihre Lippen bewegten ſich, ſie mur⸗ melte Worte, die uns unverſtändlich blieben, und ſchien heftig und gewaltſam auf den Grafen einzuſprechen, der mit der einen Schulter gegen den Kamin gelehnt ſtand. In ſeiner Rechten blitzte ein Meſſer, zuweilen fiel ein Schimmer von den rothglühenden Kohlen über den funkelnden Stahl. Sein mächtiger Kopf mit der


