Teil eines Werkes 
2. Bd. (1874)
Entstehung
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grimmiges Lachen erſchallen. Unter anderen Umſtän⸗ den wäre dem Allen nicht die geringſte Bedeutung beizulegen geweſen, bei der Reizbarkeit des Grafen, bei ſeiner unglücklichen Anlage zu Ausbrüchen des Wahnſinns und zur Geiſterſeherei aber erhielt dies Zu⸗ ſammenſein mit einem Mädchen, das er haßte und fürch⸗ tete, einen Anſchein des Unheimlichen und Dämoniſchen. Mich überfiel eine tiefe Bangigkeit. Durch ein Hin⸗ und Herrücken der Stühle ſuchte ich mich den Beiden bemerklich zu machen und die phantaſtiſche Lectüre zu unterbrechen. Vergebens, Lavinia las fort mit erhobener Stimme; ſo ſehr ſtand meine Phantaſie nun auch ſchon un⸗ ter dem magiſchen Einfluß, daß mir dieſe Stimme dumpf und mächtig, wie aus einer Wetterwolke heraus ein grollender Donner, klang. Zugleich war es mir, als dränge aus der Bibliothek ein ſtarker betäubender Wohl⸗ geruch, wie von vielem Ambra und Weihrauch, und fingen an, auch mich mit ſeinem Dampfe einzuhüllen. Sollten ſie, fuhr es mir durch den Sinn, in allem Ernſt eine Geiſterbeſchwörung vorhaben oder ſich durch künſtliche Mittel in einen Zuſtand der Extaſe, wie die Heiligen des Mittelalters, verſetzen wollen? Ich klopfte entſchloſſen an die Thüre, eins⸗, zwei⸗, dreimal, immer ſtärker, fieberhafter. „Es klopft!“ ſchrie der Graf auf.

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